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Wie die Illusion von Berechtigung uns klein hält

Das Wunder deiner Existenz ist deine Erlaubnis, den ersten Schritt zu gehen.

Der Wind auf deiner Haut ist der Beweis, dass du in diesem Leben zutiefst erwünscht bist.

Dein Atemzug ist deine Erlaubnis, jede deiner Facetten mit der Welt zu teilen.

Berechtigung ist eine der größten Grenzen, die wir Menschen uns wohl ausgedacht haben. Sie ist zu einem so selbstverständlichen Konzept in unserer Gesellschaft geworden, dass Menschen ihr ganzes Leben darauf ausrichten, Berechtigung anzusammeln, um dann in einer weit entfernten Zukunft endlich das zu tun, wonach sie sich sehnen. Sie sammeln das nächste Zertifikat, passen sich gesellschaftlichen Normen an, um einem fiktiven Bild von Status zu entsprechen, oder fügen sich selbst Leid zu, indem sie ihre Bedürfnisse immer hinten anstellen. Und in diesem ewigen Kreislauf ihres Lebens merken sie nicht, dass sie sich ganz umsonst klein halten.

Berechtigung ist wohl die Illusion, an der ich in meinem Leben am meisten festgehalten habe.

Ich war 8 Jahre alt als mir meine Lehrerin sagte ich solle bei dem Flötenstück nur so tun, als ob ich spiele, weil ich nicht gut genug bin. Danach habe ich mich nicht mehr getraut, vor anderen zu spielen, weil ich dachte, ich müsse mir die Aufmerksamkeit von anderen mit Perfektion verdienen.

 

Selbst vier Jahre später, mit einem ganz neuen Instrument habe ich mich unglaublich geschämt, jedes Mal, wenn mich andere darum baten, etwas vorzuspielen. Ich dachte, ich müsse perfekt spielen, um gesehen zu werden. Ich dachte, meine pure Freude reicht nicht aus, um vor anderen Klavier zu spielen. Dabei hatte ich tief in mir die Sehnsucht zu teilen, wie sehr mich das Spielen bewegt, wie schnell mich Töne in andere Welten tragen können.

Mit 16 habe ich still und heimlich meine Texte und Gedichte in einem Forum veröffentlicht. In einem mit Millionen Beiträgen, meist ohne viel Raum für Tiefe. Ich habe gewartet, dass Menschen mich entdecken, mich loben und mir die Berechtigung geben, mich ganz mit der Welt zu teilen. Mir haben damals die fünf wundervollen Menschen, die sich die Mühe gemacht haben auf meine Texte zu reagieren, nicht gereicht. Also habe ich meinen Traum Autorin zu werden, erst einmal in die Tonne gekippt und weiter in einem Umfeld gelebt, dem meine Texte versagt blieben.

Mit 18 habe ich mein Kunstabitur gemacht und weil ich nur durchschnittliche Noten für meine Werke bekam, habe ich aufgehört zu kreieren. Weil ich dachte, wenn ich etwas mache, dann muss es jedem gefallen.

Mit 19 habe ich einem Unternehmen zu mehrfach fünfstelligen Umsätzen verholfen und trotzdem habe ich mich unter Wert verkauft. Weil ich dachte, um mehr Geld zu nehmen müsse ich älter sein.

Mit 20 hatte ich das tolle Zertifikat der Berechtigung von Veit Lindau. Ich war ausgebildeter Coach und habe Menschen gedient. Ich habe ihnen einen liebevollen Raum gehalten in dem wahre Wunder passiert sind. Ich wollte rausgehen und die Welt erobern. Das Leben hat mich ermutigt und dann kam da leise die Berechtigung angeschlichen. Sie hat sich liebevoll an mein Ohr gesetzt und mir zugeflüstert: Aber wieso bist ausgerechnet du berechtigt, erfolgreich und voller Freude mit deinem Wirken hinauszugehen?

Und keine meiner Antworten schien ihr gut genug. Also habe ich brav gehört und mich noch eine weitere Weile selbst klein gehalten.

Und heute reclaime ich all das für mich.

 

Ich schreibe wieder und presse mich in keine Form. Ich schreibe Essays, ich schreibe Power Talks, ich schreibe Gedichte, ich schreibe Fiktion und ich schreibe Blödsinn, der mir Freude macht. Und das alles schreibe ich nur für mich.

Es gibt keine Berechtigung, nur Existenz. Und ich teile das hier mit dir, weil ich existiere und der innere Impuls das hier zu schreiben existiert. Weil es meine Pflicht ist voll und ganz zu existieren und meine Existenz mit der Welt zu teilen.

Berechtigung ist ein Konzept das Menschen geschaffen haben. Und vor allem ist es ein Konzept das nichts Wahrhaftiges an sich hat. Das dir nicht dient, sondern nur einem System und einem Umfeld, das dich klein halten will. Das nicht möchte, dass du über die Mauer dessen schaust, was sie dir als Möglichkeit verkaufen.

Es wird niemand kommen und dir die Erlaubnis geben.

 

Das Wunder deiner Existenz ist deine Erlaubnis, den ersten Schritt zu gehen.

Der Wind auf deiner Haut ist der Beweis, dass du in diesem Leben zutiefst erwünscht bist.

Dein Atemzug ist deine Erlaubnis, jede deiner Facetten mit der Welt zu teilen.

Wenn deine Seele in Resonanz brennt, ist es deine Pflicht, ihrem Weg zu folgen.

Du bist es dir schuldig und den Menschen, die auf deinem Weg schon auf dich warten.

From the depth of my heart to you,

Santosha💌